Neuerdings muss für die Leistung von Zivildienst statt Militärdienst keine Gewissensprüfung mehr abgelegt werden. Zudem ist es möglich, jederzeit vom Militärdienst in den Zivildienst zu wechseln, auch während einer Dienstleistung. Gesuche werden speditiv bearbeitet, und der Gesuchsteller kann innert weniger Tage den Militärdienst verlassen und den Zivildienst antreten. Dies hat zu teils absurden Vorgängen geführt, bis zu Erpressung von ADA gegenüber ihren Vorgesetzten. So sind etliche Fälle bekannt, wo Rekruten erfolgreich Vorgesetzten mit dem Gang zum Zivildienst drohten nur weil die ihnen die ihnen aufgetragenen Aufgaben nicht passten. Eine Sonntagswache, ein Marsch oder sonst ein unangenehmer Befehl können schon genügen.
Diese Umstände wurden nun auch von der Armeeführung bemängelt und dringender Reformbedarf gefordert. Bei der Abschaffung der Gewissensprüfung waren sich einige Politiker nicht der Konsequenzen bewusst, andere wiederum setzten das Mittel gezielt zur weiteren Schwächung unserer Armee ein. Eine rasche Korrektur ist unabdingbar, aber nicht indem man versucht mit dem Problem zu leben und kleinere Bestände hinnimmt und die Armee weiter verkleinert, sondern indem der Abfluss in den Zivildienst gestoppt wird.
Wie kann diesem Problem begegnet werden? Die Möglichkeit, während der Ausübung des Dienstes ein Gesuch zur Umteilung zum Zivildienst zu stellen gehört dringendst abgeschafft. Es gibt keinen Grund dafür. Jeder kann sich vorher überlegen ob er Militär- oder Zivildienst leisten will. Das darf nicht aus einer aktuellen Laune heraus geschehen. Es gibt eigentlich auch keinen Grund warum man auch nach der RS noch Zivildienst leisten können sollte. Entweder ist man bereit Militär zu leisten oder eben nicht, aber das kann man sich vor der RS überlegen. Alles andere öffnet nur dem Missbrauch Tür und Tor. Wer während der Dienstleistung ein Gesuch stellt, will sich nur von seinen Pflichten drücken. Es gab ja auch schon Fälle wo Kaderangehörige ein Gesuch einreichten, nur weil sie für Beförderungsdienste vorgesehen waren die ihnen nicht entsprachen.
Die Hürden für den Zivildienst müssen grundsätzlich wieder erhöht werden, sei es durch eine Verlängerung oder durch die Einführung von klar messbaren Zulassungskriterien. Andererseits muss die Armee auch wieder attraktiver werden. Eine verbesserte Ausbildung der Kader ist nur ein Punkt, denn mangelhafte Führung ist es, die die oft kritisierten Leerläufe verursacht. Die Ausbildung muss wieder viel mehr praxisorientiert werden.




Die ehemaligen Uem/Na Schulen 13-213 in Freiburg
Um/Na RS 213/02 Kp IV wo ich im Sommer 2002 den Lt abverdient habe